FAQs zu Produktanforderungen und den Dienstleistungen der TMK Retail Service & Consulting GmbH

Innerhalb der EU sind im Rahmen des Produktrechts (z.B. GPSD) zur Inverkehrbringung eines Produkts neben dem eigentlichen Artikel auch dessen Bedienungsanleitung und Verkaufsverpackung zu betrachten. Zum Produkt gehörige Werbeaussagen oder Onlineangaben sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Der Produktverantwortliche nach dem Produktsicherheitsgesetz ist jeder Hersteller (natürliche oder juristische Person), der ein Produkt herstellt, entwickeln oder herstellen lässt und dieses Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke vermarktet. Als Produktverantwortlicher gilt auch, wer geschäftsmäßig seinen Namen, seine Marke oder ein anderes unterscheidungskräftiges Kennzeichen an einem Produkt anbringt und sich dadurch als Hersteller ausgibt, oder auch ein Produkt wiederaufbereitet oder die Sicherheitseigenschaften eines Verbraucherproduktes beeinflusst und dieses anschließend auf dem Markt bereitstellt.

Das ProdSG ist eine nationale Gesetzgebung (deutsche) und trifft Regelungen zu den Sicherheitsanforderungen von technischen Arbeitsmitteln und Verbraucherprodukten. Hierbei verpflichtet es den Hersteller von Produkten seine Produkte so zu gestalten, dass die Sicherheit und Gesundheit von Personen oder sonstige Rechtsgüter bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung nicht gefährdet.

Eine Risikoanalyse ist aus verschiedenen Gründen notwendig. Gründe können sein:

  1. Die Risikoanalyse ist gesetzlich als Teil der Produktdokumentation gefordert, z.B. nach Niederspanungsrichtlinie 2014/35/EU, EMV-Richtlinie 2014/30/EU, Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG, Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, Medizinprodukterichtlinie 93/42/EWG.
  2. Die Risikoanalyse ergibt, welche Sicherheitshinweise auf dem Produkt, der Verpackung oder der Bedienungsanleitung anzugeben sind. Sie wird für alle Produkte empfohlen (siehe LASI-Veröffentlichung – LV 46 Leitlinien zum Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) 3. überarbeitete Auflage 2013).
  3. Die Risikoanalyse gibt ebenso vor, welche Maßnahmen ich als Produktverantwortlicher treffen muss, um ein festgestelltes Produktrisiko bei einem schon verkauften Produkt hinreichend zu verringern. Maßnahmen können z.B. sein: Kundeninformation über die bestehenden Risiken oder auch Rückruf des Produkts.

Das ProdSG ist sozusagen ein „Auffanggesetz“, das immer gilt. Speziell wenn andere Gesetze bzw. EU-Richtlinie/Verordnungen nicht gelten. Die Frage ist natürlich, wie das ProdSG umzusetzen ist, wenn es keine harmonisierten oder direkt anwendbaren Produktnormen gibt. In diesem Fall empfiehlt es sich, für das Produkt eine Risikoanalyse und –bewertung vorzunehmen. Das Ziel des ProdSG ist es, die Sicherheit und Gesundheit von Personen zu gewährleisten. Für einfache Produkte kann sich dabei herausstellen, dass z.B. Schnittwunden, verursacht durch scharfe Ecken, das einzige Verletzungsrisiko darstellen; die Umsetzung könnte dann im Rahmen einer Endabnahme bei der Fertigung erfolgen.

Produktnormen sind freiwillige Standards, die von Ausschüssen bei DIN, bei den europäischen Normungsorganisationen CEN/CENELEC oder bei den internationalen Normungsorganisationen ISO/IEC nach festgelegten Grundsätzen, Verfahrens- und Gestaltungsregeln erarbeitet werden. Eine Produktnorm ist ein Dokument, das Anforderungen an Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren festlegt. Sie schafft somit Klarheit über deren Eigenschaften, erleichtert den freien Warenverkehr und fördert den Export. Sie unterstützt die Rationalisierung und Qualitätssicherung in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Verwaltung. Sie dient der Sicherheit von Menschen und Sachen sowie der Qualitätsverbesserung in allen Lebensbereichen. Die Beschaffung von Produktnormen ist meist kostenpflichtig. Die Firma TMK verfügt über entsprechende Beschaffungswege und wählt die auf Ihr Produkt anzuwendende Normen aus über 30.000 Einzelnormen aus.

Sicherheitshinweise müssen auf die bestehenden Risiken im Umgang mit dem Produkt hinweisen. Wendet man Normen an, um die Sicherheit eines Produkts zu gewährleisten, so werden dort oftmals schon Hinweise genannt, die anzubringen sind. Diese gelten aber nur für den Gültigkeitsbereich der benutzten Norm, z.B. für die elektrische Sicherheit. Eine vollständige Liste aller notwendigen Sicherheitshinweise ergibt sich erst aus einer umfassenden Risikoanalyse.

Die Kennzeichnung des Produkts ist in der EU gesetzlich geregelt. Neben Herkunft und Produktidentifizierung müssen z.B. auch Sicherheitshinweise angegeben werden. Ist die Produktkennzeichnung fehlerhaft, so kann behördenseitig der Verkauf untersagt werden. Zudem können Unterlassungsklagen von Wettbewerbern drohen, die enorme Kosten verursachen können.

Dieser Ausdruck ist nicht allgemeingültig definiert. Die TMK bezeichnet damit eine Überprüfung der

  • Dokumentation und der
  • Kennzeichnung

eines Produkts hinsichtlich des Nachweises, dass diese Unterlagen vollständig sind und den gesetzlichen Anforderungen an Verbraucherprodukte zu deren Inverkehrbringen im Markt genügen. Als gesetzliche Anforderungen überprüfen wir rein produktrechtliche Aspekte wie Sicherheit, EMV (elektromagnetische Verträglichkeit), chemische Unbedenklichkeit, etc. Markenrecht ist beispielsweise nicht Bestandteil unseres Angebots. Als Markt decken wir derzeit alle EU- und assoziierten Länder ab.

In der Regel wird für die Marktfähigkeitsprüfung kein Produktmuster benötigt. Allerdings bieten wir folgende Dienstleistungen nur unter Stellung eines Produktmusters an:

  • Risikoanalyse
  • Kennzeichnungsprüfung, wenn auch die Dimensionen der Beschriftung und der Symbole beurteilt werden soll.

Unsere Aussage zur Marktfähigkeit ist aber immer nur so gut, wie die uns zur Verfügung stehende Datenlage! Die benötigten Dokumente sind individuell verschieden. Sollten Sie einen Prüfplan bekommen haben, so haben Sie dort schon eine Liste der benötigten unterlagen vorliegen.

Je nach Ihrer Beauftragung benötigen wir grundsätzlich aber immer Unterlagen zur

  • Produktsicherheit
  • Chemischen Unbedenklichkeit
  • Layouts der Kennzeichnung von Produkt, Verpackung und der Bedienungsanleitung (wenn Kennzeichnungsprüfung beauftragt ist)

Bei Elektroprodukten benötigen wir zusätzlich Unterlagen zur

  • Elektrischen Sicherheit
  • Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV oder RED)

Weitere Unterlagen sind je nach Produkt notwendig.

Allgemein (Immer, für jede Aufgabe)

Zur Ablage in 00-Produktbeschreibung

  • Produktbeschreibung, ideal: Link auf Produkt/Vergleichsprodukt im Internet
  • Produktfoto
  • EU-Artikel- oder Modellnummer
  • Falls Kommunikation mit Lieferanten/Hersteller gewünscht: Kontaktdaten: E-Mail, Name und explizite Info, dass Lieferant/Hersteller angeschrieben werden soll (Ideal: In Aufgabenbeschreibung)
Artworkcheck
Zur Ablage in 03-Artwork, BDA und Typenschild
  • Informationen auf dem bzw. direkt an dem Produkt oder Fotos 360° vom Produkt.
  • Informationen auf der Verpackung bzw. Verpackungslayout selbst
  • Bedienungsanleitung
  • Falls auf Normen/Inhaltsausprägungsebene geprüft werden soll: Vollständige interne Technische Dokumentation: i.d.R. Prüfberichte und ggf. Risikoanalysen/-bewertungen
Dokucheck
Zur Ablage in 02-Dokumente/Doku Check
  1. Elektroprodukt (ohne Funk):
  • Nachweis ROHS
  • Nachweis EMV, insbesondere Risikoanalyse
  • Nachweis Chemie, insbesondere REACH
  • Ggf. Nachweis elektrische Sicherheit/LVD, ca. ab 50V
  • Ggf. Nachweis Ökodesign, insbesondere bei Produkten, die einen hohen Energieverbrauch haben / hohen Einfluss auf Energieverbrauch
  1. Spielzeug
  • Nachweis Spielzeugsicherheit, z.B. Sicherheitsbewertung oder Normnachweis
  • Nachweis Chemie, insbesondere REACH
  1. Maschine
  • Nachweis Maschinenrichtlinie, insbesondere Risikoanalyse
  • Nachweis Chemie, insbesondere REACH
  1. Möbel/Hartwaren ohne Elektrik
  • Nachweis allgemeine Produktsicherheit, Risikoanalyse oder Normnachweis
  • Nachweis Chemie. insbesondere REACH
  1. Funkgeräte
  • Nachweis ROHS
  • Nachweis EMV, i.d.R 550xxx Norm
  • Nachweis Funk, i.d.R. 301xxxNorm

DOC

Zur Ablage in 02-Dokumente/DOC

  • Verantwortlicher für die Technische Dokumentation im Unternehmen: Name, Vorname und Funktion

Wir benötigen grundsätzlich Risikoanalysen und/oder Prüfberichte (test reports). Zertifikate bieten meistens nicht die benötigte Aussagekraft!